Auf Reise durch Neue Wege in der Medienlandschaft ging es zu Beginn des Jahres in Zusammenarbeit mit der VHS Hildesheim und dem Digitalclub Hildesheim. In einer organisierten Live-Schalte von Köln nach Hildesheim begaben wir uns auf Spurensuche: Wie sieht die Vermittlung von (politischen) Informationen auf Social Media-Plattformen aus? Welche Veränderungen ergeben sich einerseits im Journalismus, andererseits in der Politik – in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern? Hier fasse ich einen Teil der Workshops zusammen. Das Ziel war es, Informations- und Nachrichtenkompetenz mit dem passenden Wissen zu Social Media auszuweiten. Dazu wurden Handlungsmöglichkeiten für einen aktiven und selbstbestimmten Umgang mit den besprochenen Inhalten und ihren Folgen erarbeitet.
Ein weiteres Leitmotiv bestand darin, Potentiale und Risiken von Social Media-Dynamiken für die Demokratie herauszuarbeiten. Wesentlicher Bestandteil war deshalb die Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen von Journalismus auf Social Media. Dazu beschäftigten wir uns mit den Veränderungen, die der Bedeutungsgewinn von „Sozialen Medien“ für den Journalismus sowie die Rezipient:innen mit sich bringt. Hier nahmen wir auch Perspektiven junger Menschen auf Journalismus in den Blick. Im Sinne des Workshop-Titels sprachen wir über die enorme Bedeutung davon, A) Journalismus klar in Abgrenzung von Sozialen Medien zu definieren und B) das Vertrauen in Journalismus im Allgemeinen und in die deutsche Medienlandschaft mitsamt ihrer Unabhängigkeit und Bedeutung für die Demokratie im Besonderen zu stärken. Dazu gehören differenzierte Sichtweisen auf die vielen Stärken, wie beispielsweise die große Bandbreite an qualitativen Angeboten, dankenswerterweise verbunden mit der Möglichkeit, auch Baustellen kritisch und konstruktiv in den Blick zu nehmen.
Zur Stärkung demokratischer Teilhabe bestand ein essenzieller Programmpunkt darin aufzuzeigen, wie sich Politik auf Social Media darstellt und welche Wechselwirkungen mit realen Entwicklungen entstehen. Anhand von Beispielen aus Deutschland und Frankreich beleuchteten wir das Wechselspiel zwischen Social Media-Dynamiken und politischer Kommunikation. Ausgehend von der Prämisse, dass Soziale Medien auch als Brennglas von gesellschaftspolitischen Entwicklungen fungieren, ging es unweigerlich um die Ebenen der Macht von Social Media-Plattformen und antidemokratischen Akteuren. In diesem Zuge nahmen wir verschiedene Erscheinungsformen von Fake News in den Blick. Eine zentrale Rolle spielte dabei die politische Bedeutung von KI. Unseren Pfad erweiterten wir hier auf Suchmaschinen, wo KI inzwischen automatisch als zusätzliche Suchhilfe erscheint und unmittelbar Einfluss auf Suchergebnisse nimmt. Unseren Workshop-Zielen entsprechend wurden Handlungsoptionen und Wege zum Ausstieg aus dem identifizierten Fake News-Kreislauf erarbeitet. Im Hinblick auf KI-generierte Inhalte und Fake News stellt(e) sich mit Blick auf den digitalen Raum umso mehr die Frage, wie heutzutage eine gelungene und achtungsvolle Erinnerungskultur aussehen kann. Im Kontext der Thematik widmeten wir uns dabei insbesondere auch den Folgen von Fake News für unser Miteinander / unsere Demokratie.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmal herzlich bei der Kooperationspartnerin und allen Beteiligten für die tolle und wichtige Zusammenarbeit bedanken! Die Workshops fanden statt im Rahmen von „Kompetent und sicher im Netz – Workshop-Reihe für Menschen 55+”, gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Niedersachsen.

